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Wie genau messen Schnarch-Apps?

Von Snorly Redaktion

Medizinisch geprüft von Dr. Jacob Kölln, Zahnarzt

Das Smartphone auf dem Nachttisch, morgens ein Score: Wie stark haben Sie letzte Nacht geschnarcht? Apps wie SnoreLab oder SleepWatch versprechen genau das. Die Frage ist, wie verlässlich diese Auswertungen sind.

Wir haben die drei wichtigsten Studien zur Genauigkeit von Schnarch-Apps ausgewertet. Das Ergebnis: Die Apps erkennen, ob jemand schnarcht, liegen bei der Menge aber teils weit daneben. Der bekannteste Anbieter zählte in einer Studie ein Vielfaches der tatsächlichen Schnarchzeit. Worauf es bei einer Schnarch-App ankommt und wie der Snorly Schnarchtracker das löst, lesen Sie hier.

Kurz und knapp: Wie genau sind Schnarch-Apps?

  • Schnarch-Apps werten nur Geräusche aus. Atemaussetzer, Sauerstoffsättigung oder Schlafphasen messen sie nicht.[1]
  • SnoreLab erkannte in einer Studie der Universität Gießen jede Nacht mit viel Schnarchen, schätzte die Schnarchzeit aber deutlich zu hoch.[1]
  • Entscheidend ist, ob eine App Schnarchen am Klang erkennt oder jedes laute Geräusch mitzählt. Der Snorly Schnarchtracker erkennt Schnarchen mit einem KI-Modell für Geräusche.
  • Als Schlaftagebuch sind Apps stark, etwa um zu sehen, wie gut eine Schnarchschiene wirkt. Eine ärztliche Diagnose ersetzen sie nicht.

Was Schnarch-Apps messen und was nicht

Schnarch-Apps nutzen das Mikrofon des Smartphones, um nachts Geräusche aufzuzeichnen. Ein Algorithmus filtert Schnarchgeräusche heraus und liefert am Morgen eine Auswertung: wie lange geschnarcht wurde, wie laut und zu welchen Zeiten.

Der Haken: Eine App hört nur. Die Polysomnographie im Schlaflabor, der medizinische Standard, misst zusätzlich Hirnströme, Augenbewegungen, Herzschlag, Atemfluss, Sauerstoff im Blut und die Bewegungen von Brust und Bauch. Erst daraus lässt sich ablesen, ob Atemaussetzer vorliegen, wie tief der Schlaf ist und ob der Sauerstoff gefährlich abfällt.

Eine App kann das nicht. In der Gießener Studie konnte SnoreLab Atemaussetzer nicht erfassen, die das parallel laufende medizinische Messgerät registrierte.[1] Eine Schnarch-App ist ein Mikrofon mit Statistik, kein medizinisches Messgerät. Das ist der Schlüssel für die Einordnung aller Studienergebnisse.

Drei Schnarch-Apps im wissenschaftlichen Check

Drei Apps wurden in den letzten Jahren wissenschaftlich untersucht: SnoreLab, SleepWatch und Snore Clock. Die Studien unterscheiden sich in Aufbau, Vergleichsmaßstab und Teilnehmerzahl, und jede hat ihre Schwächen.

AppStärkeSchwächeEinordnung
SnoreLaberkannte bei Nächten mit mehr als 50 Prozent Schnarchen jeden Schnarcher (Sensitivität 100 %, Spezifität 94,1 %)schätzte die Schnarchzeit viel zu hoch: im Median 26,3 % der Nacht statt 2,4 % laut Messgerätgut für Trends und zum Ausprobieren von Maßnahmen, für absolute Zahlen ungeeignet
SleepWatchkaum Fehlalarme (Spezifität 99,5 %)übersah einen Teil des Schnarchens (Sensitivität 86,3 %), im Schnitt rund 30 Schnarcher pro Stunde zu wenigHerstellerstudie mit simulierten Aufnahmen, keine unabhängige Prüfung
Snore ClockGenauigkeit 95 %, Spezifität 97 %, lief auf Smartphones verschiedener HerstellerSensitivität 78 %, je stärker das Schnarchen, desto mehr wurde übersehenbrauchbar mit klaren Grenzen, Vergleichsmaßstab war das Nachhören der Aufnahmen

Die Zahlen stammen aus den drei unten genannten Studien.[1][2][3]

SnoreLab: der Marktführer im Test

Die gründlichste unabhängige Studie stammt von der Universität Gießen (Klaus und Kollegen, 2021). 19 gesunde Erwachsene zeichneten eine Nacht zu Hause gleichzeitig mit der kostenlosen Version von SnoreLab und einem medizinischen Polygraphie-Gerät auf. Bei Nächten, in denen mehr als die Hälfte der Zeit geschnarcht wurde, erreichte die App eine Genauigkeit von 94,7 Prozent.[1]

Das größere Problem: SnoreLab meldete im Median 26,3 Prozent Schnarchzeit, das Messgerät nur 2,4 Prozent. Die App schlägt also oft an, wenn eigentlich Ruhe herrscht. Am besten passten die Stufen „laut“ und „episch“ der App zur Messung, die leichteren Stufen trieben die Werte nach oben. Die Autoren weisen selbst darauf hin, dass die Studie zu klein war: Die statistische Aussagekraft lag bei 55 Prozent.[1] Wer mit den App-Zahlen zum Arzt geht, legt womöglich ein größeres Problem vor, als es ist.

SleepWatch: die Herstellerstudie

Wichtig vorab: Anders als die beiden anderen Studien wurde diese Untersuchung von der Firma hinter der App durchgeführt. Alle vier Autoren sind bei Bodymatter angestellt, dem Unternehmen hinter SleepWatch. Die Ergebnisse sind keine unabhängige Prüfung.[2]

Die 2025 in JMIR Formative Research veröffentlichte Studie testete SleepWatch mit 36 simulierten Schnarch-Aufnahmen von 18 Personen. Es war ein Labortest mit vorbereiteten Dateien, keine echte Nacht im Schlaflabor. Hintergrundgeräusche, Bettpartner oder wechselnde Schlafumgebungen kamen nicht vor. Die App meldete in diesem Test fast nie falschen Alarm, unterschätzte die Schnarchhäufigkeit aber im Schnitt um rund 30 Schnarcher pro Stunde.[2] Ob die Werte unter echten Bedingungen ähnlich ausfallen, ist offen.

Snore Clock: solide Basis mit Lücken

Die Studie von Chiang und Kollegen (2022) wertete 201 Aufzeichnungen von 11 Patienten aus. Als Vergleich hörte ein HNO-Arzt die Aufnahmen der App nach. Snore Clock erreichte eine Gesamtgenauigkeit von 95 Prozent, die Sensitivität lag aber nur bei 78 Prozent. Je höher der Schnarchanteil, desto mehr übersah die App.[3] Positiv: Sie lief auf Smartphones verschiedener Hersteller. Einschränkend: Verglichen wurde mit dem Nachhören derselben Aufnahmen, nicht mit einem medizinischen Messgerät.

Der Snorly Schnarchtracker: Schnarchen am Klang erkennen

Die Studien zeigen, woran Schnarch-Apps scheitern: Sie zählen zu viel oder zu wenig, weil nicht jedes nächtliche Geräusch ein Schnarcher ist. Der Snorly Schnarchtracker setzt genau hier an. Ein KI-Modell für Geräuscherkennung bewertet jede halbe Sekunde, ob das, was das Mikrofon hört, nach Schnarchen klingt. Atmen, Rascheln oder das Umdrehen im Bett klingen anders und zählen deshalb nicht als Schnarchen. Das ist der Unterschied zu einer reinen Geräuschmessung, die jedes laute Geräusch mitzählt.

Am Morgen zeigt die App, wie lange und wie laut Sie geschnarcht haben, und macht Veränderungen über Wochen sichtbar. Für Snorly-Kunden ist der Schnarchtracker dauerhaft inklusive: Nach der Bestellung schalten Sie ihn frei und sehen Nacht für Nacht, was die Schiene bewirkt, im direkten Vergleich zu den Nächten ohne. Genau diese Aufzeichnungen, vier Nächte mit und vier ohne Schiene, sind auch der Nachweis für die Wirkgarantie. Der Snorly Schnarchtracker läuft auf dem iPhone, Android folgt.

Warum viele Schnarch-Apps danebenliegen

Die drei Studien zeigen gemeinsame Schwächen der Apps und ihrer Prüfung.

  • Kleine Stichproben: 19 Freiwillige, 11 Patienten, 36 simulierte Aufnahmen. Keine der Studien erlaubt verallgemeinerbare Aussagen.[1][2][3]
  • Kaum Menschen mit Schlafstörungen: Die Gießener Studie untersuchte gesunde Freiwillige, die SleepWatch-Studie simulierte Aufnahmen. Wie die Apps bei Menschen mit Schlafapnoe arbeiten, bleibt weitgehend offen.
  • Unbekannte Algorithmen: Wie der „Snore Score“ von SnoreLab oder die Auswertung von SleepWatch berechnet werden, ist nicht offengelegt. Forschende können es nicht nachvollziehen.[1]
  • Ideale Bedingungen: In der Gießener Studie sollten die Teilnehmenden allein schlafen, ohne Partner und Haustier, mit geschlossenem Fenster.[1] Die echte Schlafumgebung sieht oft anders aus.

Prof. Boris Stuck, Direktor der HNO-Klinik am Universitätsklinikum Marburg, beschreibt das Grundproblem: „Eine akustische Analyse von Schnarch-Geräuschen ist technisch anspruchsvoll, seit etwa 30 Jahren versucht sich die Medizin daran, bisher vergeblich.“ Im Schlaf gebe es zu viele Nebengeräusche, etwa raschelnde Bettdecken oder den Bettpartner.[5] Genau diese Nebengeräusche muss eine gute App vom Schnarchen unterscheiden können.

Screening oder Diagnose: der entscheidende Unterschied

Viele Nutzer wiegen sich in falscher Sicherheit, weil sie Screening und Diagnose verwechseln. Das sind zwei verschiedene Dinge.

Das können Apps:

  • einen ersten Hinweis liefern, ob Sie schnarchen
  • Veränderungen über die Zeit sichtbar machen
  • den Effekt von Veränderungen testen, etwa Verzicht auf Alkohol, eine andere Schlafposition oder eine Schnarchschiene
  • als Gesprächsgrundlage beim Arztbesuch dienen

Das können Apps nicht:

  • eine Schlafapnoe oder andere Schlafstörungen erkennen
  • zwischen harmlosem Schnarchen und gefährlichen Atemaussetzern unterscheiden
  • den Schweregrad einer Schlafstörung bestimmen
  • eine Untersuchung beim Arzt oder im Schlaflabor ersetzen

Zum Vergleich: Selbst medizinische Heimtests auf Schlafapnoe, die weit mehr messen als Geräusche, stufen den Schweregrad oft anders ein als das Schlaflabor. Eine Auswertung von 20 Validierungsstudien mit zusammen 1.652 Teilnehmenden kam auf eine Übereinstimmung von nur 61 Prozent, obwohl die Messwerte eng mit dem Schlaflabor zusammenhingen.[4] Wenn schon medizinische Geräte so oft abweichen, sollte man die Treffsicherheit einer Smartphone-App vorsichtig einschätzen.

Was tun bei Verdacht auf Schnarchen?

Eine App ist ein guter erster Schritt: Sie macht hörbar, was man selbst nicht mitbekommt. So geht es weiter:

  • App als Schlaftagebuch nutzen: über mehrere Wochen aufzeichnen, am besten mit Notizen zu Alkohol, Schlafposition und Tagesform. So entsteht ein Muster. Warum etwa Rotwein das Schnarchen verstärkt, erklärt der Artikel Schnarchen nach Rotwein.
  • Warnsignale ernst nehmen: Zeichnet die App nach Phasen der Stille plötzliche Schnapp- oder Würgegeräusche auf, beobachtet der Partner Atemaussetzer oder sind Sie tagsüber ständig müde, führt kein Weg am Arzt vorbei. Das können Hinweise auf eine Schlafapnoe sein, die ein Schlaflabor abklären muss.
  • Keine Warnzeichen: das Schnarchen behandeln. Zu den Verfahren, die wirklich gut untersucht und empfehlenswert sind, zählt Prof. Stuck ausdrücklich die Vorverlagerung des Unterkiefers mit einer Schiene.[5] Warum die Schiene das Mittel der Wahl ist, zeigt der Artikel Was hilft wirklich gegen Schnarchen?

Eine individuell gefertigte Schnarchschiene kostet beim Zahnarzt als Privatleistung ab 1.200 Euro, ein Kostenplan einer Hamburger Praxis von 2024 kommt auf knapp 1.300 Euro.[7] Bei Snorly kostet sie 495 Euro inklusive Abdruckset, gefertigt in spezialisierten Dentallaboren. Die gesetzliche Krankenkasse zahlt eine Unterkieferprotrusionsschiene in der Regel nur bei diagnostizierter obstruktiver Schlafapnoe und als Zweitlinientherapie, wenn die CPAP-Maske nicht erfolgreich eingesetzt werden kann.[6] Beim reinen Schnarchen ohne Apnoe übernimmt sie die Kosten in der Regel nicht. Mehr dazu im Artikel Was kostet eine Schnarchschiene?

Mit der Snorly-Schiene bekommen Sie den Snorly Schnarchtracker dazu und sehen schwarz auf weiß, wie viel ruhiger Ihre Nächte werden. Wie Bestellung, Abdruck und Garantie ablaufen, zeigt die Produktseite.

Fazit

Schnarch-Apps sind starke digitale Schlaftagebücher. Sie zeigen Trends, machen Schnarchen hörbar und belegen, ob eine Maßnahme wirkt. Wie genau sie zählen, hängt davon ab, ob sie Schnarchen am Klang erkennen. Der Snorly Schnarchtracker tut genau das und ist für Snorly-Kunden inklusive.

Eine ärztliche Diagnose ersetzt keine App. Prof. Stuck warnt: „Was nicht passieren darf, ist, dass Patient:innen mit einer manifesten Erkrankung nicht zum Arzt gehen, sich nicht untersuchen und therapieren lassen, weil sie irgendeine ungeprüfte App heruntergeladen haben, die Ihnen sagt: Halb so wild, du schnarchst nur.“[5]

Die Faustregel: mit der App das Schnarchen sichtbar machen, bei Warnzeichen zum Arzt, sonst handeln, am besten mit einer Schiene, deren Wirkung Sie mit dem Schnarchtracker Nacht für Nacht sehen.

Häufige Fragen

Können Schnarch-Apps eine Schlafapnoe erkennen?

Nein. Schnarch-Apps werten nur Geräusche aus. Eine Schlafapnoe zeigt sich in Atemaussetzern und Sauerstoffabfällen, die akustisch nicht zuverlässig erfasst werden. In der Gießener Studie konnte SnoreLab solche Ereignisse nicht erkennen.[1] Haben Sie Beschwerden wie starke Tagesmüdigkeit, morgendliche Kopfschmerzen oder vom Partner beobachtete Atemaussetzer, führt kein Weg am Arzt vorbei.

Welche Schnarch-App ist die genaueste?

SnoreLab übersah in der Gießener Studie bei viel Schnarchen niemanden, schätzte die Schnarchzeit aber deutlich zu hoch.[1] Snore Clock kam auf 95 Prozent Genauigkeit, übersah aber gerade bei starkem Schnarchen mehr.[3] Die SleepWatch-Studie zeigt hohe Werte, stammt aber vom Hersteller selbst und arbeitete mit simulierten Aufnahmen.[2] Entscheidend ist, ob eine App Schnarchen am Klang erkennt. Der Snorly Schnarchtracker nutzt dafür ein KI-Modell für Geräusche.

Was beeinflusst die Genauigkeit von Schnarch-Apps?

Vor allem vier Dinge: das Smartphone und sein Mikrofon, Umgebungsgeräusche wie Straßenlärm, Ventilator oder ein schnarchender Partner, der Platz des Handys und der Algorithmus der App. In der Gießener Studie lag das Handy ein bis zwei Meter vom Kopfkissen entfernt, mit dem Mikrofon zum Kopf.[1] Für vergleichbare Ergebnisse gilt: gleiches Handy, gleicher Platz, möglichst ruhige Umgebung.

Lohnt sich eine Schnarch-App für mich?

Ja, wenn Sie wissen wollen, ob und wie stark Sie schnarchen, und vor allem, um zu sehen, ob eine Behandlung wirkt. Wer eine Snorly-Schiene trägt, bekommt den Snorly Schnarchtracker inklusive und sieht den Unterschied zwischen Nächten mit und ohne Schiene. Bei Verdacht auf eine Schlafstörung gehen Sie zum Arzt. Welche Behandlung am besten hilft, zeigt der Artikel Was hilft wirklich gegen Schnarchen?

Quellen

  • [1] Klaus K. et al., Accuracy of a Smartphone Application Measuring Snoring in Adults: How Smart Is It Actually? International Journal of Environmental Research and Public Health 2021 (Justus-Liebig-Universität Gießen). PubMed 34299777, Volltext
  • [2] Brown J. et al., Accuracy of Smartphone-Mediated Snore Detection in a Simulated Real-World Setting. JMIR Formative Research 2025. Alle Autoren sind bei Bodymatter, Inc. angestellt. PubMed 40153546
  • [3] Chiang J. K. et al., Validation of snoring detection using a smartphone app. Sleep and Breathing 2022. PubMed 33811634
  • [4] Massie F. et al., Correlations between home sleep apnea tests and polysomnography outcomes do not fully reflect the diagnostic accuracy of these tests. Journal of Clinical Sleep Medicine 2022. Zwei Autoren haben einen Hersteller von Heimtests gegründet. PubMed 34710039
  • [5] Apotheken Umschau, Apps gegen Schnarchen: Was sie leisten können und was nicht (mit Aussagen von Prof. Boris Stuck, Universitätsklinikum Marburg). apotheken-umschau.de
  • [6] Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA), Pressemitteilung 911 zur Unterkieferprotrusionsschiene bei obstruktiver Schlafapnoe. g-ba.de
  • [7] Heil- und Kostenplan einer Hamburger Zahnarztpraxis für eine Unterkieferprotrusionsschiene, Oktober 2024 (anonymisiert). Zahnarztpraxis Dr. Hugendubel, Kosten der zahnärztlichen Schienentherapie. dr-hugendubel.de